Burda

Sieben Zwetschgen...

Juli 21, 2016

warum meine Tops immer enger werden, oder wie ich mein Abitur schaffte... Ich zweifle an mir. Manchmal mehr, manchmal weniger. Gerade eben wieder mehr! Geht es eigentlich nur mir beim nähen so? Ich wollte gerade ein Top für mich nähen. Ein sehr einfacher Schnitt. Hinten mit Ringer-Rücken - denn Ringer-Rücken finde ich sehr schick. Den Ausschnitt wollte ich mit kontrastierendem Jersey einfassen. Aber mir passieren ständig so seltsame Dinge!
Dinge, wie zum Beispiel, dass ich das Einfassband aus Versehen falsch herum annähe,
also so, dass ich es nach innen umschlagen müsste.
Ich muss es also wieder abtrennen...




Abtrennen?
Nein, denn ich habe natürlich mit superstabilen Overlocknähten genäht.
Ich schneide also lieber, wodurch der Ausschnitt jetzt etwas größer wird...
Das Band muss ich neu schneiden.
Beim nächsten Versuch nähe ich aus Versehen die linke Seite nach aussen...
Also, wieder schneiden.
Der Ausschnitt wird jetzt verdächtig groß...
Aber jetzt, quasi als Highlight, nähe ich das Band aus Versehen an die Seitennaht...
HALLO ! Ist da jemand?
In meinem Hirn anscheinend nicht...
Ich hatte ja eigentlich das Gefühl ich sei konzentriert...
aber vielleicht hab ich ja sowas wie Näh-Amnesie..

Also, ich muss nun schon wieder schneiden, jetzt wird das Top auch noch enger!
Ich wollte es eigentlich nicht sooo eng haben, denn dann muss ich mein Bäuchlein
ja immer so einziehen.
Hmmmm...



Langsam bin ich richtig frustriert.
Am Ende bin ich bei dem Top komplett an der Seitennaht gescheitert,
irgendwie hat vorne und hinten nichts mehr gepasst.
Die Träger waren mittlerweile auf die Breite eines Spagetti-Trägers zusammen geschrumpft.
Ich beschloss kurzer Hand dem Elend ein Ende zu setzen.
Ich schnitt den ganzen oberen Bereich ab,
so dass nur der untere Schlauch des Tops übrig blieb.
Darauf habe ich dann ein eigentlich etwas komplizierteres Wickelteil gesetzt.
Kompliziert soll jetzt nicht wirklich kompliziert heißen,
sonder komplizierter als ein einfaches Tanktop.

Und dann, ja dann, hat das Wunder tatsächlich noch statt gefunden...
Rechts und links hat zusammen gefunden...
... und eintragbares Teil ist am Ende heraus gekommen. 

Wenn ich mich aber mal wieder ertappe, wie ich z.B. zwei linke Hosenbeine zuschneide,
und es schaffe, diese auch noch aneinder zu nähen, frage ich mich manchmal schon,
wie ich seinerzeit das Abitur mit so guten Noten geschafft habe...


Etwas zerstreut war ich ja schon immer. In Bayern nennt man das:
"Seine sieben Zwetschgen nicht ganz beieinander zu haben!"

Ich liebe bayrische Sprüche.
In denen liegt immer so herrlicher trockener Humor,
und ich finde die Sprüche bringen einen irgendwie dazu,
sich selber nicht zu ernst zu nehmen.
Gottseidank habe ich in meiner Familie eine nicht versiegen
wollende Quelle für bayrische Sprüche:
Meinen Schwiegervater!

Er hat für jede Situation einen ur-bayrischen Spruch parat. Und der kommt dann auch immer wie aus der Pistole geschossen, da kann man die Uhr danach stellen.

Das finde ich einfach herrlich - darüber muss ich unbedingt mal bloggen....

Liebe Grüße,
Eure Sonja



Schnitt: Burda 05/2009 - Shirt - abgewandelt zum Top
Jersey: Vivid Leilani Marigold (Design: Patty Young for Riley Blake)



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